Rund um Sinfla - Eine Maturaarbeit von Oliver Kunz über die Firma Sinfla

Inhalt

Einleitung und Begründung des Verfassers

Bei der Vorbereitung wurde mir klar, dass ich es mir wieder einmal sehr schwer machte. Ich wählte nicht meinen eigenen Lehrbetrieb, denn über diesen schrieb ich schon eine Arbeit als Elektromonteur. Meine Wahl fiel schon nach kurzer Zeit auf den Kleinbetrieb aus Mönchaltorf. Hier lernte ich das erste Mal den Elektromonteur Beruf kennen und verstand mich sehr gut mit Herr Stadelmann.

In den wenigen Tagen, in denen ich dort arbeitete, lernte ich ein sehr gutes Klima kennen. Man gab sich mühe, mir die guten aber auch die weniger guten Seiten des Berufes auf zu zeigen. Herr Stadelmann, hielt ich seit damals als einen sehr eifrigen jungen Geschäftsmann in meiner Erinnerung. Bei Ihm zählt wirklich das Motto der Kunde ist König und man sieht seine Freude in der geleisteten Arbeit.

Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass es nicht einfach würde die gesetzten Ziele von meinem Wirtschaft und Recht Lehrer zu erreichen. Die Firmen Geschichte ist jung, die Unternehmung ist einfach und geordnet geführt. Es gibt keine komplizierten Gesetzes Grundlagen und in kurzer Zeit hätte ich eine Arbeit gehabt, welche dieses Unternehmen vorstellt und erklärt. Damit fand ich jedoch nicht meinen Frieden und mit der Hilfe von Herr Stadelmann konnte ich jedoch noch mehr aus meiner Arbeit machen als am Anfang. Es ist nicht selbstverständlich, dass er sich immer wieder die Zeit nahm, um meine Fragen zu beantworten. Deshalb möchte ich diese Gelegenheit nutzen und mich herzlich bedanken. Ich wünsche Ihm und seinem Unternehmen viel Glück in der Zukunft.

Geschichte der Sinfla

Die Firma wurde im Jahre 1996 am Tag der Arbeit von Ralf Stadelmann gegründet. Seine Motivation war der Konkurs seines vorherigen Arbeitgebers. Einige seiner Heutigen Kunden kennen Ihn aus dieser Zeit und schätzen seine Arbeitsweise immer noch. Nach der Lehre als Elektromonteur mit bestandenem LAP(Lehrabschluss-Prüfung) 1993, startete er 1994 mit dem Abendtechnikum an der Juventus-Schule. Seit diesem Abschluss ist es Ihm erlaubt Lehrlinge auszubilden und als Lehrabschlussexperte eine LAP zu bewerten. Der schritt an das Abendtechnikum war ein wichtiger Grundstein für sein Projekt als Einzelunternehmer.

Seit der Gründung befindet sich der Sitz seiner Firma im Industriegebiet von Mönchaltorf. Auf den letzten acht Jahren schaut der Geschäftsführer und Gründer sehr gerne zurück. Ihm gelang es seinen Traum zu verwirklichen. Die Grösse des Betriebes änderte sich in dieser Zeit nicht. Es gab Zeiten mit einem Mitarbeiter und solche als Einmann Betrieb. Heute beschäftigt die Firma Sinfla wider einen Arbeiter und bekommt im Sommer 2004 den ersten Elektromonteur-Lehrling.

Ralf Stadelmann (Geschäftsinhaber)

Sinfla und Recht

Die Firma Sinfla kann der Trägerschaft der Privatbetriebe untergeordnet werden. Sie ist Privateigentum von Ralf Stadelmann und dies wird sich in der nächsten Zeit auch nicht ändern. Die Rechtsform des Kleinbetriebes wird im Handelsregister als Einzelfirma angegeben. Dies bedeutet, dass Herr Stadelmann der alleinige Inhaber der Unternehmung ist und bringt einige Vorteile mit sich. Er kann jede Entscheidung selbst treffen und muss keine Begründungen gegenüber anderen Teilhabern abgeben. Der ganze Reingewinn kommt Ihm zugute, was natürlich nicht ganz der Wahrheit entspricht, denn es müssen Löhne ausbezahlt werden, Maschinen ersetzt und unterhalten werden. Ein Einzelunternehmen muss sich erst ab einem Bruttoumsatz vom 100'000 CHF im Kantonalen Handelsregister eintragen lassen. Der Eintrag für die Sinfla erfolgte etwa ein Jahr nach der Gründung am 7 Mai 1996.

Eine solche Rechtsform bringt jedoch nicht nur Vorteile mit sich. So ist wohl die schlechteste Seite daran, dass Herr Stadelmann nicht nur mit dem Geschäftsvermögen haftet, sondern auch noch mit dem Privatvermögen. Der Handelsregisterauszug einer Einzelfirma ist sehr spärlich und deshalb nicht sehr interessant. Deshalb möchte ich hier nicht weiter darauf eingehen.

Unternehmensformen

Die Firma Sinfla ist wie die anderen Elektorinstallation Firmen im Sekundären Wirtschaftssektor tätig. Sie erbringen Sachleistungen und in der Materialverarbeitung. Obwohl schon seit den letzten Jahrzehnten eine Verlagerung in zwischen den Sektoren erfolgte, wird der Sekundär Sektor jedoch kaum verschwinden. Die grösste Abnahme fand im primären Sektor statt, daraus lässt schliessen, dass in der Schweiz weniger Rohstoffe produziert werden. Die Verarbeitungswirtschaft, sank ebenfalls. Dennoch befinden sich viele Betriebe, vor allem die KMU in diesem Sektor. Die elektro- Branche hat somit einen Einfluss auf den Bereich der Materialverarbeitung in der Schweiz. Die Sinfla ist mit einem Angestellten ein Kleinbetrieb, der jedoch die letzten Geschäftsjahre mit sehr guten Ergebnissen abschloss. Pro Jahr erledigt das kleine Team eine Anzahl von ca. 500 Aufträgen.

Unternehmen und Umwelt

Die Firma Sinfla in den vier Umweltsphären und Ihre Umwelt. Kunden, Arbeitnehmer, Lieferanten, Staat und die Konkurrenz bildet die Umwelt einer Kleinunternehmung. Die Firma trifft sie jeweils in einer anderen Umweltsphäre an.

In der Sozialen Umwelt trifft man auf den Staat und die Einwohner, sie sind die Kunden der Sinfla und benötigen Aufmerksamkeit. Zu diesem Zweck gibt es verschiedene PR-Aktionen von Verbänden. Die Gewerbeshow des Gewerbeverein Mönchaltorf ist der letzte PR-Anlass welcher das ganze Dorf ereichte. Ende April fand ebenfalls ein Anlass des Gewerbevereins statt. An einem Tag lud der Verein alle Schüler der Dorfschule ein, einen halben Tag in jeweils einem Betrieb seiner Wahl zu verbringen. Dieser Tag dient den Schülern auch als erster Einblick in die Arbeitswelt. Als Kleinunternehmen ist man kaum von einer ganzen Volkswirtschaft eines Landes abhängig. Aber man ist stark von seiner Branche und Sektor abhängig, denn dort lauern die Konkurrenz und der Gewinn.

Heutzutage ist es wichtig, dass man wert auf die Natur legt. Bei der Produktion fällt zum Teil viel Abfall an. Die Sinfla gibt sich sehr mühe bei Recycling, so sammeln Sie Kupfer und Metall getrennt. Entsorgen für die Kundschaft alte Batterien und Fluoreszenzröhren. Beide Produkte enthalten viele Giftstoffe, die auch zum Teil wider verwendet werden können. Aber auch beim Kauf von Material wird auf Umweltfreundliche Materialien geachtet, so schaut Herr Stadelmann darauf, dass die Kabel und Drahtisolation halogenfrei sind. In der Produktion wird auch auf die Gesundheitsbelastung der Menschen geschaut, so versucht man zu verhindern, dass Elektrosmog bei Schlafzimmer stark vertreten ist. Die Technische Umwelt der Sinfla ist Ihre breite Palette die angeboten wird. So arbeitet die Firma in vier Bereichen.

Der Elektrobereich ist der Hauptteil. Es bezieht sich auf Neu- und Umbauten, Renovationen und Kundeservice. Zu dem werden noch Haushaltsgeräte und kleinmaterial verkauft. Neu- und Umbauten, müssen genaustes geplant und die Kundschaft gut beraten werden. Herr Stadelmann berät gerne die Kundschaft sehr umfassend, damit später kein grausames erwachen kommt. Zu dem führen sie Installationspläne und verschiedene Schemas selber aus.

Die Industrietechnik ist ein starker bereich der Firma Sinfla. Vielfach müssen Maschinen in ein laufendes System eingebunden werden. Steuerungen anfertigen ist ein grosser Teil in diesem Bereich, ebenfalls erledigt die Firma Sinfla Reparatur- und Servicearbeiten.

Der letzte Tätigkeitsbereich ist die Kommunikation. Vom ISDN bis zu Lichtwellenleiterübertragung wird alles installiert. Die Beratung von der Kundschaft in der Telefonie ist sehr wichtig, denn der Markt verändert sich schnell. Neue Möglichkeiten und Verbesserungen kommen laufend dazu. Es ist notwendig, zu verstehen was ein Kunde möchte und das beste aber nicht teuerste Produkt zu verkaufen.

Der Mitarbeiter von Herr Stadelmann ist vollberechtigt, er kann seine Ideen einbringen und profitiert von einem Bonus-Programm zum eigentlichen Fix-Lohn. Familienstand und Persönliche Eigenschaften wie das Alter werden nicht berücksichtigt. Ein Interessanter Unterschied sind die Sozialkosten, Herr Stadelmann zahlt nur für seinen Arbeitnehmer Arbeitslosengeld und SUVA Beiträge. Seine Arbeitsversicherung über trug er auf eine andere Versicherung. Der Nachteil ist, ohne Arbeitslosengeld bekommt man auch keine Kinderzulagen vom Staat bezahlt.

Interview mit Ralf Stadelmann

Weshalb wählten Sie die Rechtsform einer Einzelunternehmung als die Sinfla gegründet wurde?
Herr Stadelmann: Einer der wesentlichen Grunde war damals, die relativ einfache Gründung und Buchführung. Damals war die GmbH noch nicht so in der Gesellschaft etabliert und für eine Aktiengesellschaft fehlte das nötige Kapital.
Haben Sie sich jemals Gedanken gemacht die Rechtsform zu ändern?

Herr Stadelmann: Wir haben uns auch schon Gedanken darüber gemacht, doch als wir die ganzen Kosten mit Sozialleistungen usw. durch rechneten, fanden wir heraus, dass wir sehr viel mehr zahlen müssten und liessen den Gedanke wider sein.

Gibt es für Sie als Unternehmer in einem Kundengespräch ein Punkt, an dem Sie den Kunden zurückhalten?

Herr Stadelmann: Bei den Ideen, die nicht mehr von den Normen gestützt wären und die Sicherheit gefährden, sage ich Stopp. Bei Ideen die Design und Optik betreffen, lasse ich den Kunden Freienlauf. Es gab auch schon Fälle, in denen wir andere Firmen hinzu ziehen mussten, um dem Wunsch der Kundschaft gerecht zu werden. Dann übernehmen wir die Leitung als Vermittler zwischen unseren Partnern und der Kundschaft.

Wie sehen Sie die Wirtschaftliche Zukunft der KMU?

Herr Stadelmann: Das grosse Problem von Kleinunternehmer liegt meiner Meinung nach in der Kapital Beschaffung. Die Banken fordern schon sehr schnell einen Umfangreichen Buissenesplan, welcher viele klein Unternehmer nicht einfach so schnell kreieren können, da Ihnen das Know How fehlt. Der Zusammenschluss von KMU-Betrieben hilft hier sicherlich einwenig nach. Der Preiskampf in der Schweiz ist sehr hart und zum Teil schlecht. Geschäfte mit mehr als 100 bis 5 oder 6 Arbeiter haben wohl die Beste Zukunft.

Sie befinden sich nicht in dieser Grössen Spanne, wie sehen sie sich in Ihrer Prognose?

Herr Stadelmann: Ich fertige Hauptsächlich Nischenprodukte, die sehr schnell und Qualitativ hoch stehend verarbeitet werden.

Worin liegt Ihr Hauptvorteil gegenüber einem Grossbetrieb?

Herr Stadelmann: Wir haben eine sehr engen Kunden Kontakt und müssen nicht noch für eine Büro Besatzung arbeiten.

Welche Dienstleitungen bieten Sie den Kunden?

Herr Stadelmann: Wir haben einen sehr gut abgeschätzten Terminplan und sind doch flexibel. Ruft uns ein Kunde Heute an, stehen wir in der Regel Morgen vor der Tür und in Notfällen natürlich noch viel schneller.

Gibt es Spezialisierungsabsichten?

Herr Stadelmann: Wir spezialisieren uns nicht nur in ein Installationsbereich, was in Zukunft kommen wird, ist das Voice over IP, also richtig Telematik, jedoch nie als Hauptzweig unserer Tätigkeit.

Sind die vier Tätigkeitsbereiche, in denen Sie sich anbieten nicht zu breit gefächert?

Herr Stadelmann: Mein Hauptproblem liegt in der Telefonie, dort ist die Arbeit schwierig und wir befinden uns bei komplexeren Anlagen an unserem Limit. Bei solchen Fällen jedoch, ziehen wir sofort Experten zu unserer Hilfe zu um dem Kunden ein Optimales Endergebnis zu gewährleisten.

Ist die Lage in anderen Wirtschaftssektoren für Sie bemerkbar?

Herr Stadelmann: Ja, Ich merke diese Abhängigkeit schon, vor allem mit Geschäften mit denen ich zusammen arbeite. Wenn es einem von Ihnen schlecht geht, wirkt sich dass auf die Anzahl der Aufträge in Bezug auf diese Firma aus. Doch solch ein Ausfall ist für mich nicht relevant, da ich noch viele andere KMU- und Privatkundschaft habe.

Wächst die Firma Sinfla noch weiter an?

Herr Stadelmann: Vorerst kommt im Sommer ein Lehrling und was die Zukunft bringt, werden wir noch sehen. Sicher ist jedoch, dass die Firma nicht grösser als fünf Mitarbeiter sein wird.

Worin liegt in Ihrer Meinung nach das schöne an einem Kleinbetrieb im Bezug auf die Sozialen werte?

Herr Stadelmann: Für mich ist das schöne der Puls des Unternehmers, man ist nicht jemand anonymes sondern man hat ein Gesicht. Im Team erlebt man die Freude zusammen und das Leid eines einzelnen bekommt man auch zu spüren.

Haben Sie Ihre Phylosopie im Bezug zur Unternehmung seit der Gründung geändert?

Herr Stadelmann: Ich habe das Gefühl, ich sei viel ruhiger geworden und gehe die gleichen Arbeiten anders an als vor acht Jahren. Zum Beispiel rechnete Ich früher Offerten unzählige male durch und Heute vielleicht noch zwei Mal, wenn der Auftrag kommt ist gut und sonst war halt nichts. Man darf sich einfach auch nicht zu tief verkaufen und dieser Linie treu bleiben.

Mit Ihren Bürozeiten und der verhältnismässig wenig Arbeiterkraft, fühlen Sie sich Konkurrenzfähig?

Herr Stadelmann: Auf jeden Fall, wir haben ja beide maximal anderthalb Stunden Bürostunden pro Tag, dies ist sicher besser als wenn wird jemand nur für diese Arbeit hätten. So können wir effizienter arbeiten.

Hatten Sie schon schlaflose Nächte wegen dem relativ hohen Selbstbehalte Risiko?

Herr Stadelmann: Ich hatte schon schlaflose Nächte von Arbeiten die vor uns lagen aber nicht wegen Finanziellen Sorgen.


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